... dann hat er bekanntlich was zu erzählen.
So bin ich also Montag morgen aufgebrochen um ein paar Dinge zu erledigen. Zunächst ging es nach Wehr am Hotzenwald, um einen Kollegen, Horst Metzig, abzuholen. Einfach.
Nächste Station war DG Flugzeugbau in Bruchsal. Ein geschäftlicher Termin. Weiter nach Vrchlabei in der tschechischen Republik.
Dort um halb vier in der Früh angekommen waren natürlich alle Gatter verschlossen. Ein Plätzchen für den Schlafsack liess sich dennoch finden. Nachmittags machte ich ein Treffen mit Vaclac Brandejs aus. Auf dem Flugplatz natürlich.
Um es gleich zu sagen: der DuoBanjo ist ganz ein Banjo. Einfach, leicht, dennoch robust. Die Aussicht aus dem Cockpit ist grandios, sowohl von vorne als auch von hinten. Dies nicht gewohnt, hatte ich eine ziemliche Tendenz zu geringen Geschwindigkeiten, die sich erst nach einer halben Stunde gelegt hatte. Der Motor zieht den Flieger mit lockeren 2,5 m/s in die Höhe, da kommt man fast einem Schleppzug mit einer ausgewachsenen Schleppmaschine hinterher.
Die Ruder gehen leicht und wirken gut, wenn auch das Seitenruder nur rund halb so viel wie es für sauberen Kurvenflug mit voll ausgeschlagenem Querruder notwendig wäre.
Etwas Vorsicht sollte man im Langsamflug walten lassen. Im Sackflug will sich der DuoBanjo nicht halten lassen, da fällt dann irgendwann eine der beiden Tragflächen. Nachlassen des Knüppels und ein kräftiger Tritt ins Seitenruder bringen die Lage jedoch problemlos wieder in gelenkte Bahnen. Höhenverlust gefühlt weniger als 100 Meter, Geschwindigkeit im Abfangbogen etwa 120 km/h.
Bei der Landung bringt dann wieder die riesige Aussicht, Haubenrand scheinbar irgendwo bei den Schuhsohlen, die Faustregeln für die Landeneinteilung etwas durcheinander. Die Klappen dafür wirken sehr gut, besser als beim einsitzigen Banjo.
So weit also ein gelungenes Flugzeug. Doch eben, mit Motor ist es kein Gleitflugzeug. Also fuhren wir zu einem Übersetzer und unterhielten uns eingehender über die Problematik. Um es kurz zu machen: Herr Brandejs wird uns ein doppelsitziges, motorloses Banjo bauen wenn wir die rechtlichen Voraussetzungen dafür schaffen. Jetzt haben wir ein Ziel.
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Mit dem reparierten Einsitzer D-NUSV zurück in Vrchlabi begannen wir am nächsten Morgen mit dem Aufrüsten. Der Hänger zeigte seine Schwächen, doch mehr dazu später.
Obwohl ich zuvor den Cheffluglehrer gefragt hatte, ob er mit seiner Maule mit 90 km/h schleppen könne und er dies bejahte, wollte er konkret dann doch nicht, auch nicht bei 100 km/h. Erst am nächsten morgen haben wir uns mit dem Besitzer der Flugschule geeinigt, den Banjo dann doch zu schleppen und wenn der Schlepppilot weiter herumdrucksen würde, würde er das eben selbst übernehmen. Banjo fliegen in Vrchlabi wird also in Zukunft möglich sein.
Für mein Glück kam Heinz Storch gerade im richtigen Moment vorbei und hat mich dann doch geschleppt. Heraus kam ein schöner Werkstattflug, der Banjo funktioniert einwandfrei. Vielen Dank, Heinz.
Auf der Rückreise hat sich mein Begleiter dann entschlossen, die Einbauten des Hängers zu verbessern. Die verschiedenen Halterungen so zu ändern, dass sie narrensicher sind und der Flieger ohne Verrenkungen aufgebaut werden kann. Entschlossenen Leuten soll man sich nicht in den Weg stellen, deshalb steht der Hänger nebst Banjo nun in Hütten/Hotzenwald. Dort kann er geflogen werden und Werner Metzger und ich werden Horst beratend zur Seite stehen.
Alles in Allem eine sehr schöne Reise.